13 Mann – 6 Stunden

09.11. – 15.11.2015

Montag
Die Nacht war nicht gut. Ich bin nur zur Baustelle gefahren, um den neuen Fundi kennen zulernen. Dort warteten sechs neue Helfer und drei Fundis, um sich als neue Arbeiter zu bewerben.
Zwei unserer Mitarbeiter waren heute Morgen nicht erschienen. Es wurde berichtet, dass sie am Wochenende schwer getrunken hatten. Damit sind sie bei uns raus.

Einer von ihnen ist der zweite Vorarbeiter, den ich am Samstag bereits verwarnt hatte.
Meinen Krankheitstag habe ich als Homeofficetag genutzt um herauszufinden, woher wir die Wandanker beziehen können. Alles nicht so einfach. Eine europäische Firma zum Beispiel, die in Nairobi eine Filiale hat, verfügt über keinerlei Lagerhaltung. Bestellt wird nur, wenn eine größere Menge zusammen gekommen ist. So überlegen wir jetzt alternative Möglichkeiten, die wir hier vor Ort anfertigen lassen können.

Von zwei Schlossern habe ich Angebote für die Spannanker angefordert. Morgen werden wir komplett mit den Fundamenten des ersten Gebäudes fertig. Mit Oumar und Michael Aput habe ich mich dann besprochen, wie wir weiter machen, da es mit dem Lehm noch nicht losgehen kann. Morgen werden wir das zweite Schulgebäude, sowie die ersten Trenntoiletten abstecken. Das Material habe ich entsprechend separat von dem BMZ- Projekt bestellt und soll morgen früh geliefert werden. Hoffentlich regnet es nicht. Heute Nachmittag zogen mehrere große Gewittergebiete auf.

11.11. Tataa!!! Karnevalsbeginn im Rheinland! Das fühlt sich hier ganz anders an, auch nicht nach November. Es wird hier immer zwischen 25 und 28 °C warm, trotz des täglichen Regens.

Heute Nacht hat es noch nicht geregnet, so dass wir vormittags die Materiallieferung für die Toiletten bekommen haben. Dieses Mal ohne Probleme.

Das Aufmauern auf die Fundamente haben wir heute abgeschlossen. Während der letzten Arbeiten haben wir das zweite Gebäude eingemessen und die Höhen nivelliert. Das war aufwändig und lange gedauert. Der Höhenunterschied ist recht groß. Daher werden wir die Bodenplatte zweimal abtreppen.

Nachmittags zog eine riesige Gewitterfront auf und es fing an zu regnen. Leute, so etwas habe ich noch nicht erlebt! Fast eine Stunde lang regnete es in einer Heftigkeit, die ich noch nicht kannte. Wir flüchteten alle in die Wellblechhütte. An Unterhalten war kaum zu denken, denn der Regen prasselte so stark, dass es einfach zu laut dazu war. Nach knapp einer Stunde  hatte der Regen die Baustelle in einen Pool verwandelt.

Das war erst der Anfang

Wir beeilten uns die Gerätschaften zu säubern und dann schnell nach Hause zu kommen, denn das nächste Gewitter zog bereits auf. Neben den Wegen hatten sich reißende Bähe gebildet. Kaum zu Hause angekommen, fing es erneut an und regnete die halbe Nacht.

Täglich wird im Fernsehen berichtet, wie die sonst trockenen Landesteile im Norden und Osten Kenias fast täglich überflutet werden.

6 Stunden – 13 Mann und die Fundamentgräben sind fertig.
Das Wasser war abgelaufen und der Boden sehr weich. Das ist nun für Heute ein Vorteil, denn wir schachten die Fundamentgräben für das zweite Gebäude aus. Heute wurde pro feet ausschachten abgerechnet und bezahlt. Die Arbeiter sind zufrieden.

Ab morgen möchte ich mit Ouma und Michael Aput den Lehmofen anfangen und sie als mein Assistententeam einarbeiten.

Ein paar der Arbeiter war heute etwas müde, da sie gestern ihren Lohn direkt umgesetzt haben. Geplant war, die Erde , die vom Ausschachten neben den Gräben liegt zusammen zulegen, da wir sie später brauchen werden.
Es wurden dann wieder Sand, Ballast und Hardcore geliefert. Die Fahrer weigerten sich jedoch auf das Grundstück zu fahren, weil der Übergang etwas schwierig war. So mussten wir per Handarbeit die Auffahrt zunächst aufbereiten, in dem wir Hardcore und Ballast eingebaut haben. Dadurch hatten wir Zeitverlust und haben am Ofen nur etwas an der Schalung bauen können.

Zunächst haben wir die Schalung fertig gestellt. Um zu beschreiben, wie die gerammten Lehmwände gebaut werden, habe ich dies immer mit dem Betonieren von Wänden verglichen, bis ich heute herausgefunden habe, dass Ouma noch nie eine Wand betoniert hat und das, obwohl er bei großen Gebäuden in Nairobi beteiligt war.

Wir haben dann endlich die erste Wand gestampft. Das allgemeine Interesse war groß – wir hatten sogar Zuschauer. Während des Stampfens stellten sich ein paar Probleme mit der Schalung heraus. Das war ganz gut, denn so konnten wir gemeinsam diskutieren wie das Auseinanderdrücken beim nächsten Mal vermieden werden kann.