Schritt für Schritt

Der Schulbetrieb hält uns auf Trab. Irgendwas wird immer benötigt. Hätte ich mehr Geld zur Verfügung und ein vernünftiges Lager, würde ich Vorräte anlegen. Aber wir sind in Afrika und so einen Standard können wir uns (noch) nicht leisten, darum fahre ich doch gern immer wieder in die Stadt – für Öl, Tomaten, Zucker, Schwämme, Seife, Klopapier und und und.

Gleichzeitig ist es natürlich auch schön zu sehen, wie der Schulbetrieb täglich doch recht reibungslos funktioniert und wie jeder seinen Teil dazu beiträgt.

Nebenbei arbeiten wir langsam beim Waisenhaus weiter (Waschraum, Küche). Wir brauchen jetzt Spezialisten (Klempner, Fliesenleger), die haben nicht immer Zeit wie wir so wollen (bzw. sind charmant-afrikanisch unzuverlässig). Was wir aber geschafft haben, ist den Regenwasser-Tank von seinem temporären Standort neben dem Lagerschuppen auf ein vernünftiges Fundament hinter der Schule zu versetzen. Auch gibt es jetzt endlich, wie es sich für den ordnungsgemäßen Betrieb einer Schule gehört, getrennte Jungen-, Mädchen- und Lehrertoiletten.

Ach ja, die Toiletten. Da müssen Cellestine und ich auch einige Diskussionen führen, da sich die Offenheit für unsere neuartigen EcoSan-Toiletten echt in Grenzen hält. Zudem müssen ein paar Kinder den richtigen Gebrauch noch lernen, was den Ruf nach einer traditionellen Grubentoilette noch verstärkt. Aber diese verunreinigen das Grundwasser und stinken zudem unglaublich. Verständnis und Annahme ist ein Prozess, der noch eine Weile dauern wird.

Ansonsten freuen wir uns auf den Brunnen, den wir Dank einer japanischen Bohrfirma bald haben werden, und auf unsere Klassenzimmer, die Dank von Crown Paint (Firma aus Kisumu) bald einen hellen Anstrich bekommen werden. Schön, dass dieses Projekt von so vielen Seiten unterstützt wird!

Ich bin jetzt erst einmal 3 Wochen im Urlaub durch Kenia und melde mich danach wieder mit den neusten Neuigkeiten.

Die Kinder sind zurück!

Die Kinder sind zurück!

Das ist wohl die größte Neuigkeit der letzten Woche. Endlich kann man sich mittags wieder vergnügt in den Schatten setzen und fröhliche Kinder aus dem Klassenzimmer und auf die Bäume rennen sehen. Besser als Fernsehen, sage ich euch.

Wir beschäftigen uns derzeit viel mit allen möglichen Restarbeiten, machen uns Sorgen um Termiten und vertrösten immer wieder auf später, wenn jemand nach Schuluniformen fragt. Darüber vergessen wir manchmal, dass es schon jetzt glückliche Kinder gibt, die jeden Tag lernen und wachsen und sich gut entwickeln. Dass wir eines unserer Ziele demnach schon erreicht haben. Juhu dafür!

Wir wollen aber auch, dass es so bleibt, und darum kümmern wir uns um Sponsoren und den Fortschritt unseres Betonpfahl-Projektes. Es gibt dahingehend einige positive Tendenzen, aber wir sind in Kenia, also erst einmal abwarten.

Baulich passiert eher weniger. Die Reparaturen am Schulgebäude und an den Toiletten sind fertiggestellt, jetzt sind wir wieder repräsentabel. Weiterhin haben wir haben endlich ein vernünftiges Fundament unter dem Tank am Lehrergebäude.

                 

Und wir haben ein paar Brillengestelle ans Krankenhaus verkauft. Kleinvieh macht auch Mist.

So, das waren die neusten Neuigkeiten. Bis zum nächsten Mal,

Meike

Wie sieht’s eigentlich in Siaya aus?

Hallo miteinander!

Hier schreibt Meike.

Ich bin jetzt nun schon mehr als drei Monate in Siaya und möchte nun endlich vom Fortgang des Projekts berichten. Manch einer von euch wird auch schon meinen persönlichen Blog gelesen haben, in dem ich vor allem von meinen alltäglichen Erfahrungen in Kenia erzähle (kenialeben.wordpress.com), hier wird es aber nur um das Projekt gehen. Ich fühle mich inzwischen schon so mit den Kenianern verbunden, dass ich immer, wenn ich von „wir“ oder „uns“ spreche, den Verein MOCC meine.

Was den Bau des Waisenhauses betrifft, befinden wir uns in den letzten Zügen. In den letzten Wochen wurden geputzt (Lehmputz), der Fußboden und die Sockelleiste hergestellt (Beton/Estrich) und gemalert (außen lehmfarben ;), innen cremefarben, Türrahmen haselnuss). Ich fand es persönlich ja spannend, dass die fertige Fußbodenoberfläche hier üblicherweise aus einer dünnen feinen Zementschlempe besteht – Fliesen sind zu teuer und Holz auch, zumal es von diesen kleinen gemeinen Tierchen (Termiten) weggefressen werden könnte. Auf jeden Fall wird das Gebäude immer schöner, was sich auch am Stolz aller Beteiligten und am Lob der Bevölkerung zeigt.

                  

Wie sich herausstellt, ist die Organisation des Baus des Waisenhauses aber nur ein kleiner Teil der vielfältigen Arbeit, die MOCC hier leistet. Zum Beispiel haben wir seit Mai die Herausforderung, den Betrieb der Schule zu managen. Einen Großteil des Erfolgs der Schule haben wir unserer Schulleiterin Helida zu verdanken. Nicht nur unterrichtet sie, kocht Brei und putzt die Klassenräume, sie denkt auch visionär und bringt viele neue Ideen ein. Und mit den beiden Lehrerinnen, die uns von der Regierung gestellt und bezahlt werden, haben wir auch Riesenglück. Immerhin sind es diese Leute, die am Ende die Kinder erreichen, für deren Wohlergehen wir alle hier in Kenia und in Deutschland unsere Zeit und Energie investieren.

Hier erklärt die Lehrerin den Kids, wie man unsere schicken Trenntoiletten benutzt ;).

Unsere erste „income generating activity“ (Einkommen generierende Aktivität) ist die Herstellung und der Verkauf von Betonpfählen, die uns dazu verholfen hat, die Schule überhaupt zu starten. Derzeit investieren wir einen Großteil dieser Erträge in die Produktion neuer Pfähle und die Optimierung der Prozesse. Mit dem Rest der Erträge können wir die laufenden Kosten der Schule decken, sprich Essen und Lehrmaterialien kaufen, sowie Transport und Medizin für kranke Kinder übernehmen. Größere Anschaffungen können wir davon jedoch nicht stemmen.

Es gibt noch viel mehr zu berichten, aber das soll es fürs erste gewesen sein.

Bis zum nächsten Mal!

Top

Schulbetrieb aufgenommen

Schulbetrieb in Siaya wurde aufgenommen!

Gute Nachricht: Heute teilte uns Celestine mit, dass der Schulbetrieb mit den ersten Kindern aufgenommen wurde und schickte uns untenstehendes Foto vom Schulstart.

Monatsbericht April 2018

Monatsbericht April 2018

Liebe Mitglieder und Freunde des Vereins,

die letzten Wochen standen im Focus von Meike’s Reise nach Siaya. Nachdem sie vor einigen Wochen nach Hennef zum Kennenlernen kam, wurde nun alles konkreter. Vieles war zu besprechen und zu organisieren. Jetzt ist es verbindlich: Meike wird am 17.05. von Berlin nach nach Hennef kommen und abends nach Kenia abreisen. Sie wird zunächst ein paar Tage in Nairobi verbringen und am 20. oder 21. Mai in Siaya eintreffen. Wir haben ab 13 Uhr einen Tisch bei „Gilgens“ auf der Frankfurter Str. reserviert und werden Meike gebührend verabschieden. Alle Mitglieder können gerne daran teilnehmen.

In Kenia wird Meike sich übergeordnet in unser Projekt einbringen, während die Bauleitung von den Kenianern übernommen wird. Dazu gehören auch Kontakte zum Gouverneur und anderen Politikern pflegen und die Spendenakquise in Kenia forcieren. Meike wird auch den Blog, das kenianische Tagebuch, weiterführen.

Im April fand auch die diesjährige Jahreshauptversammlung statt. Das Protokoll befindet sich ebenfalls im Anhang. Kurz vorab: Der Vorstand wurde komplett wiedergewählt. Im Namen des Vorstandes bedanke ich mich für euer Vertrauen und die Wiederwahl.

Um Verwaltungskosten zu sparen, haben wir den Vertrag um die Internetseite zu hosten bei „Hosteurope“ gekündigt und werden ab Herbst zu „Limacity“ wechseln. Limacity hosted uns zunächst für 3 Jahre kostenlos- mit Option auf Verlängerung. In diesem Zuge wird auch die Internetseite überarbeitet. Das ist zurzeit in Arbeit und wird in Kürze hochgeladen werden. An diesen Aktionen, sowie die Erstellung der Ausweise für Meike und die MOCC- Mitglieder ist – unser relativ neues Mitglied – Wolfgang Pens maßgeblich beteiligt. Vielen Dank dafür!

Außerdem hat Wolfgang Pens angeboten, in Kürze einen Raum in seinem neuen Haus dem Verein als Büro zur Verfügung zu stellen!!! Vielen Dank auch dafür! Es wird Susannes beengte Situation deutlich verbessern.

Also bitte vormerken und vorbeikommen:
Donnerstag, den 17.05. kommt Meike um 13.08 Uhr und fährt um
18.22 Uhr ab.

Wir werden sie am Bahnhof abholen und gehen dann zu „Gilgens“.

Viele Grüße

Heiko Wäsche
1. Vorsitzender
Häuser für Waisenkinder e.V.
www.haeuser-fuer-waisenkinder.org

Jahreshauptversammlung 14. April 2018

 

Bei den Wahlen wurde der alte Vorstand in seinen Ämtern bestätigt.

Im letzten Jahr wurde viel erreicht und unsere Arbeit wird in gleicher Weise engagiert fortgeführt werden.

Bericht_Jahreshauptversammlung_am_14

Reisetag Montag 16.10.2017

Montag 16.10.17……usw

7 Uhr – wir sind daran gewöhnt mit den Hühnern ins Bett zu gehen und auf zu stehen. In Siaya krähte der Hahn vor unserem Fenster bereits ab 4 in der Früh.

Vormittags sind wir dann Richtung Diani Sea Lodge aufgebrochen, wo wir hofften einige bekannte Kenianer zu treffen. Mark von der Bar ist noch da, ob er sich an uns erinnert, weiß man nicht so genau, jedoch als wir vom Projekt erzählen, stellt sich heraus, dass er aus dem Distrikt Siaya und ca 15 km von Siaya entfernt kommt.

Viele Kenianer aus dem Westen sind für Arbeit an die Küste gekommen. Gleich wird uns noch Loise besuchen, die ebenfalls aus Siaya stammt und mit ihren beiden Söhnen an die Küste ging, weil ihr Mann starb. So konnte sie für ihre Söhne sorgen. Sie war es, die uns 2012 zum ersten mal etwas hinter die Kulissen der Ferienfassade blicken ließ.

Sie zeigte uns damals die Kinder, die mit strahlenden Augen ein Bonbon in Empfang nahmen und die ebenfalls mit strahlenden Augen von der Schule erzählten, die sie besuchen, um im Leben weiter zu kommen. Das war damals für uns auch ein Anlass, etwas zu tun.

Ebbe und weißer Sand

Loise und George, ihr jüngster Sohn

Riesigiger Baobab-Baum

Bevor ich mich nun ständig wiederhole und es nun langweilig wird oder gar allzuviel Fernweh aufkommt, hier erst einmal die Themen der nächsten Tage:

Sonne, Hitze, weißer Sandstrand (nicht aufgeräumt), Ruhe, Relaxen, Einkaufen, TukTuk-Fahren so gehen die Tage dahin. Leider sind auch die Preise für alle Safaris in den letzten Jahren drastisch hochgegangen, dass wir jetzt davon Abstand nehmen.

Kwaheri auf Wiedersehen

Susanne und Joachim

Sonntag 15.10.17

4 Uhr klingelt der Wecker – stockdunkel. Alle werden wach.

Billy der Neffe unserer Gastgeber holt noch einmal Wasser aus dem Brunnen hinter dem Haus. Damit unsere Gastgeber nicht noch eine Stunde Frühstück vorbereiten, werden wir am Flughafen frühstücken.

5 Uhr Abfahrt, immer noch dunkel. Billy der Neffe begleitet uns, da er von Kisumu mit einem der Matatu nach Nairobi reist. Dort wird er an einem Krankenhaus ein Arzt-Praktikum studienbegleitend machen, Ende des Jahres wird er graduieren.

Auf den Straßen ist schon Einiges los. Fußgänger, Fahrradfahrer alle unbeleuchtet unterwegs zwischen den Ortschaften, eine gefährliche Angelegenheit. Erst gegen 6 Uhr wird es hell.

Danke an Julius für seine umsichtige und vorsichtige Fahrweise, die uns sicher um 6.30 Uhr zum Flughafen brachte. Einchecken – von den anfänglichen 100 kg sind 40 kg übrig geblieben. 

Um 8 Uhr fliegen wir pünktlich los nach Nairobi und sind um 9 Uhr am Wilson Airport.

Das ging wirklich schnell, dann wieder warten bis 14 Uhr auf den Anschlussflug. Verspätet landeten wir dann um 16 Uhr in Ukunda, dem nächsten Inlandsflughafen zur Südküste und direkt am Diani Beach.

Nach dem Einkauf im Supermarkt ging es dann zum Strand, um noch einmal  die Füße ins Wasser zu stecken – herrlich!!!

Donnerstag 12.10.2017

Eigentlich sollten wir am Vormittag zu Hause bleiben, während Julius und Cellestine mit dem Governor ein Meeting hatte. Plötzlich kam ein Anruf ich sollte schnellstmöglich mit dem BodaBoda (für Nicht-Eingeweite, das ist das kenianische Motorradtaxi) zum Governor kommen. Welche Ehre mir da zuteil wurde, zeigte sich später. Gott sei Dank brauchte ich mich nicht um den Transport kümmern, da Julius Joachim und mich dann doch abholte.

Beim Governor ging es dann zur Sache und die Angelegenheit, weswegen wir auch die Audienz benötigten, hat sich schnell zu unserer Zufriedenheit geklärt. Der weiteren Arbeit, sprich Registrierung der Schule, steht nun nichts mehr im Wege.

Auf den geplanten Ausflug zur ugandischen Grenze haben wir aber auch aus Rücksichtnahme zu Julius verzichtet. Er nimmt sich sehr viel Zeil für uns und hat doch auch noch sein Geschäft zu betreiben. Statt dessen haben Cellestine uns nochmals mit den Brillen beschäftigt und sie sortiert.