Fundamentgräben und Priesterweihe

19. – 25.10.2015

7.00 h Baustelle. Ganz schön früh. Aber da der Regen immer zwischen 16- 17 Uhr einsetz, habe ich den Arbeitsbeginn  so früh angesetzt, damit der Baustellenbetrieb möglichst wenig beeinträchtigt wird.

Beginn der Ausschachtungsarbeiten. Zuvor musste das gesamte Gebäude abgesteckt und Schnüre gespannt werden um das Gebäude einmessen zu können.
Anschließend wurden die Ausschachtungsarbeiten begonnen und heute auch fast fertig gestellt. Es waren 12 Arbeiter vor Ort. Bezahlt wurden Sie mit 30/= pro foot. So ist garantiert, dass sie zügig arbeiten. Hier wie bei uns ein übliches Verfahren. Es ist schon erstaunlich, was man nur mit Handarbeit alles bewegen kann. Wir haben keinen Strom und keine einzige Maschine auf der Baustelle. Alles ist Handarbeit, auch das Anmischen des Betons. Wir können auch keinen Transportbeton im Betonmischer bestellen. Betonieren wird genau geplant und die Leute eingeteilt, wer was macht. Es entsteht dann eine Arbeitskette, die wie am Fliessband läuft.
Eine schwere Arbeit, die wir mit 50% mehr Gehalt entlohnen.

Es muss noch ein Baumstumpf und ein altes Fundament beseitigt werden.

8.00h  Baustelle. Ich war aber zu spät weil unsere beiden Moppeds platt waren.
Vereinbart waren 5 Handwerker, die für den Anfang ihre eigenen Schubkarren mitgebracht haben. Die waren auch heute morgen da. Zwei von Ihnen haben jedoch mittags die Baustelle verlassen und kamen nicht zurück. Sie haben sich damit selber disqualifiziert.
Habe mit dem Baustoffhändler Josef Ochieng Preise für Zement, Ballast, Sand und Hardcore ausgehandelt, sowie noch Gerätschaften wie Schlauchwaage, Sägen und so bestellt.

Als erstes festes Team haben wir jetzt 4 Arbeiter, die bisher sehr zuverlässig sind. Die Erde, die vom Ausschachten der Gräben neben den Gräben liegt muss umgelagert werden, da zum Bau der Wände verwendet werden soll.
Für die Lehmprüfform benötige ich Schraubzwingen.

Die Nachfrage bei verschiedenen Baustoffhändlern brauchte jedoch kein Ergebnis. Daher muss ich alternative Spannvorrichtung entwickeln. Von einem Schlosser habe ich dann vier Stahlwinkel bekommen. Die erforderlichen Bohrungen konnte er nicht bohren, weil er keine Bohrmaschine hat. Die Löcher wurden einfach eingeschlagen.

Wegen des massiven Matsches ist der Weg zum Grundstück fast unpassierbar. Ich bin morgens sogar mit dem Motorrad stecken geblieben. Die erste Ladung Ballast konnte erst am Nachmittag gebracht werden, als die Erde etwas abgetrocknet war.
Seit heute haben wir einen Watchman auf der Baustelle.

Heute sollten weitere Lieferungen von Ballast und Sand kommen. Der erste Lkw ist stecken geblieben und konnte erst nach einer Stunde befreit werden.
Aufräumarbeiten auf der Baustelle. Ausschachten für eine provisorische Toilette, bis die Trenntoilette fertig ist.

Regen in Siaya

Ich habe die ersten Lehmprüfungen mit der Versuchsform gemacht. Dieser Test dient dazu heraus zufinden,  wie groß das Schwindmass und damit die Rissbildung ist. Es muss das richtige Verhältnis des Lehm-/ Sandgemisch hergestellt werden, damit die Gebäude dauerhaft stabil sind.

Open- Air Messe zur Priesterweihe

Jemand aus der Gemeinde wurde kürzlich in Mombasa zum Priester geweiht. In seiner Heimatgemeinde wurde daher seine erste Messe groß gefeiert. Rund 2.500 Menschen nahmen am Sonntag an dieser langen Messe mit viel Musik, Gesang und Tanz teil.
Am Schluss wurden wir als Besucher aus Deutschland offiziell begrüsst und nach vorne gerufen. Wir sollten uns jeder selber vorstellen und erzählen, was wir hier machen. Michael hat die Gelegenheit professionell genutzt, um das Projekt detailliert zu erläutern.
Seitdem werden wir von vielen Menschen auf der Strasse mit Namen gegrüßt.

Die erste Woche in Siaya

Der Flug nach Nairobi war ruhig. Wir übernachteten in einem kleinem Hotel in einer etwas verwegenen Strasse. Nächsten Morgen fuhren wir dann mit dem Easy Coach nach Siaya. Diese Fahrt dauert rund 9 Stunden und führt zum Teil durch schöne Landschaften wie das Rift Valley, vorbei am Lake Nakuru und durch die Teeplantagen von Kericho.
In Siaya warteten schon Michael, Julius und Cellestine auf uns.

In den ersten Tagen haben wir dann versucht, die Angelegenheit mit der Arbeitserlaubnis zu regeln. Das ist aber in Siaya nicht möglich, sondern muss in Kisumu beantragt werden.

Während dessen begannen wir die Baustelle einzurichten. Da wir mit Arbeitslosen Menschen arbeiten, mussten wir zunächst alle erforderlichen Gerätschaften kaufen und das Grundstück vom Grünzeug befreien. Zur Baustelleneinrichtung gehört auch der Bau einer Wellblechhütte, die als temporäres Lager und Unterstand für den nächtlichen Watchman dient.

Die Anfrage bei dem Immigration Office in Kisumu brachte uns nicht weiter. Ein unfreundlicher und gelangweilter Beamter meinte nur, dass ich die normale Arbeitserlaubnis beantragen soll. Diese kostet jedoch umgerechnet 150 € pro Monat.
Michael sagt, dass sich in Siaya niemand für meinen Status interessieren wird. Jetzt bin erst mal illegal hier.

Für den 15.10. war die Grundsteinlegung mit dem Gouverneur vereinbart. Dafür war viel vorzubereiten. Das County Council hat eigene Festzelte für solche Veranstaltungen.
Es wurde eine gelungene Veranstaltung mit großen Interesse an der Lehm- Bautechnik und an den Fotos der deutschen Vereinsmitglieder. Jeden einzelnen sollte ich mit Beruf vorstellen. Die benachbarte Schule war mit Chor und traditionellen Instrumenten gekommen.  Sie eröffneten musikalisch das Programm. Anschließend spielten Dominik und ich mit den Gitarren gemeinsam mit der Gruppe.

Michael hat sein ganzes Haus für uns geräumt, so dass ich mir im Eingangsbereich ein kleines Büro einrichten konnte, dass nachts auch als Garage für ein Motorrad dient.

Hier spricht alles von El Nino, einem schweren Dauerregen, der zwei bis drei Monate dauern kann. Bisher hat es jeden Tag heftig geregnet. Zuerst nur Abends und nachts, aber jetzt fängt der Regen immer füher an. Wenn das so bleibt, kann dieses Wetter uns ziemliche Probleme bereiten

Unser Baugrundstück mit der neuen Wellblechhütte während ein Gewitter aufzieht.

Ehrenamttag in Hennef

Am 13.03.2015 waren unser Pressesprecher Joachim Koschewski und unsere 2. Vorsitzende Susanne Koschewski auf dem Ehrenamttag der Stadt Hennef um unseren Verein zu präsentieren und neue „Ehrenamtler“ zu gewinnen.