Stampflehmbauweise

Bau der Wohngebäude in Stampflehmbauweise 

Hier möchten wir einen kurzen Einblick in die von uns eingesetzte Bauweise mit Lehm geben, die in dieser Gegend Modell- Charakter hat.

Aktuell wird bei kenianischen Lehmbauten der Lehm ungebrannt verwendet und wird nur unzureichend vor Regenwasser geschützt. Dadurch wäscht sich der Lehm in relativ kurzer Zeit wieder aus und die Gebäude sind nicht langlebig. Daneben werden üblicherweise Lehmziegel verwendet, die gebrannt werden müssen und somit die knappe Ressource „Holz“ durch eine nicht nachhaltige Forstwirtschaft reduziert.

In Westafrika wird die hochwertige Stampflehmbauweise angewendet. Es handelt sich dabei um ungebrannten Lehm. Feuerholz zum Brennen wird nicht benötigt. Der Lehm ist vor Ort reichlich vorhanden und kann leicht gewonnen werden, dadurch sind die Baukosten deutlich niedriger.
In der angewandten Lehmbautechnik wird die Haltbarkeit durch eine besondere Art der Aufbereitung, sowie durch die angepasste Konstruktionsweise erreicht. Mit dieser reaktivierten und verbesserten Lehmbautechnik können preiswerte und nachhaltige Häuser gebaut werden.
Hierin liegt gerade für die ärmere Bevölkerung eine große Chance, preiswerte Wohnhäuser zu bauen. Unser Projekt fördert daher in Sachen Lehmbau einen Wissenstransfer von West- nach Ostafrika.

Ökologischer Aspekt

Alle unsere Gebäude werden in dieser dauerhaften Stampflehmbautechnik erstellt. Der Lehm wird aufbereitet und direkt verarbeitet. Durch das Entfallen des Brennens von Lehm werden Holzressourcen geschont, Luftverschmutzung und der Verbrauch von Feuerholz vermieden. Ebenso wird der Einsatz von Zement deutlich reduziert, da Zementmörtel und Zementputz nicht benötigt werden.
Zum Schutz werden die fertigen Wände lediglich mit einer speziellen Farbe gestrichen. Der Primär- Energieeinsatz wird durch die Verwendung von Lehm drastisch vermindert.
Die besonderen Eigenschaften des Lehms erzeugen ein sehr gutes Raumklima. Ungebrannter Lehm wirkt Temperatur ausgleichend und Feuchtigkeit regulierend. Die Wohnqualität ist deutlich besser als in konventionell gemauerten Gebäuden.

Ökonomischer Aspekt

Zum Hausbau geeigneter Lehm, ist in Afrika nahezu überall vorhanden. Meistens kann er leicht gewonnen werden. Die Transportwege sind kurz und die Arbeiten können von der Bevölkerung durchführt werden. Unter Anleitung können viele Tätigkeiten auch von ungelernten Menschen ausgeführt werden.
Durch die Verwendung von lokal vorhandenen Materialien wird eine deutliche Baukostenreduzierung erreicht. Auf teuren Zement für Beton, Mörtel und Wandputz wird weitestgehend verzichtet. Ein Sack Zement ist im Projektort Siaya/ Kenia rund doppelt so teuer wie in Deutschland.

Sozialer/ gesellschaftspolitischer Aspekt

Bei der Verwendung von Lehm werden mehr Arbeitskräfte als bei konventionellen Bauten benötigt, da der Lehm vor der Verarbeitung zunächst abgebaut, transportiert und aufbereitet werden muss. So werden während der Bauzeit Arbeitsplätze geschaffen. Da viele Arbeiten auch von nicht ausgebildeten Menschen ausgeführt werden können, erhalten auch diese eine Chance auf Arbeit.

Bildergallerie: 

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