Ökologische Landwirtschaft – organic farming

Zur Versorgung unserer Schüler und Waisenkinder wird auf dem noch unbebauten Grundstück ökologische Landwirtschaft nach den Prinzipien von Permakultur und Dynamischem Agroforst betrieben.

 

Hier lässt unser Mitglied Ans Brockfeld ihre Erfahrungen aus den Seminaren des Ökodorfes Siebenlinden und ihrem eigenen Anbau in Berlin einfließen, um das gesamte Grundstück ökologisch nachhaltig anzulegen.

Um langfristig und selbstversorgerisch Nahrung für unsere Kinder zu produzieren, wird die Qualität des Bodens verbessert und Bodenerosion verhindert. Humusaufbau hat oberste Priorität. Pestizide oder synthesicher Dünger werden nicht angewendet, um das Bodenleben zu erhalten. Nach und nach werden wir unsere eigenen samenfesten Gemüsesorten einbringen und die selbst produzierten Samen wieder verwenden, um den jährlichen Nachkauf von Samen vermeiden zu können.

Begeistert über die ersten Resultate hat eine Delegation der Welthungerhilfe spontan Hilfe angeboten. Sie kamen und haben das Hanggrundstück komplett vermessen und eine Einweisung zur Anlage von Terrassen und Gräben gegeben. Sobald die Anlage so gestaltet ist, kann der gute Boden nicht weiter in den Fluss gespült werden.

Auf dem Schulgelände wurden Bäume zur Beschattung und Luftverbesserung (es ist sehr staubig) gepflanzt. Gleichzeitig wurde in der Nähe des neuen Küchengebäudes ein Schul- und Küchengarten angelegt. Dabei lernte nicht nur Collins, ein langjähriger Mitarbeiter, viel über organische Düngung, die wir durch unsere Trenntoiletten-Anlage erhalten. Auch wurde viel Wissen an die Bevölkerung mit einem Workshop weitergegeben.

Durch konsequente Aufforstung auf unserem Grundstück und den Verzicht auf Pestizide und synthetischen Dünger leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Der bei der Herstellung von Pestiziden und synthetischem Dünger nötige Einsatz fossiler Energien und die dabei anfallende CO2 Emissionen entfallen. Im Gegenteil, CO2 wird durch den neu angepflanzten Waldgarten mit Obstbäumen, Nutzhölzern, Schatten- und Windschutzbäumen gebunden. Der Verzicht auf Pestizide stellt gleichzeitig auch ein Schutz der Bevölkerung dar, denn giftige Rückstände in Trinkwasser (Flußwasser) und Lebensmitteln werden vermieden.

Durch eine aktive Förderung des Bodenlebens und der Bodenfruchtbarkeit, ein Aufbau des Humus durch Einbringen von Kompost und Mulchmaterialien haben wir bereits mehrmals unsere Kinder bereits mit gesundem Gemüse versorgen können, wobei am hiesigen Markt während der Dürreperiode (Januar-März) kaum Gemüse zu bekommen war.

Durch gezielte Anpflanzung von Hecken und Bäumen wird ein vielseitiger Lebensraum geschaffen. Die Hecken und die Bäume liefern wertvolles Mulchmaterial, durchwurzeln die Erde, halten somit die Terrassenabstufungen und beschatten die Felderträge, wodurch wir Wasser sparen können.

Durch das Anpflanzen von vielen verschiedenen Gemüsesorten nebeneinander können wir eine Vielzahl von Lebensmitteln und eine abwechslungsreiche und gesunde Ernährung für die Kinder sicher stellen. Zum Beispiel beeinflussen sich Mais, Bohnen und Kürbis, genannt „die drei Schwestern“, sehr günstig beim Wachstum. Eine große Artenvielfalt auf dem Feld und im Garten ist ein Garant für ein aktives und gesundes Bodenleben.

Reisetag Montag 16.10.2017

Montag 16.10.17……usw

7 Uhr – wir sind daran gewöhnt mit den Hühnern ins Bett zu gehen und auf zu stehen. In Siaya krähte der Hahn vor unserem Fenster bereits ab 4 in der Früh.

Vormittags sind wir dann Richtung Diani Sea Lodge aufgebrochen, wo wir hofften einige bekannte Kenianer zu treffen. Mark von der Bar ist noch da, ob er sich an uns erinnert, weiß man nicht so genau, jedoch als wir vom Projekt erzählen, stellt sich heraus, dass er aus dem Distrikt Siaya und ca 15 km von Siaya entfernt kommt.

Viele Kenianer aus dem Westen sind für Arbeit an die Küste gekommen. Gleich wird uns noch Loise besuchen, die ebenfalls aus Siaya stammt und mit ihren beiden Söhnen an die Küste ging, weil ihr Mann starb. So konnte sie für ihre Söhne sorgen. Sie war es, die uns 2012 zum ersten mal etwas hinter die Kulissen der Ferienfassade blicken ließ.

Sie zeigte uns damals die Kinder, die mit strahlenden Augen ein Bonbon in Empfang nahmen und die ebenfalls mit strahlenden Augen von der Schule erzählten, die sie besuchen, um im Leben weiter zu kommen. Das war damals für uns auch ein Anlass, etwas zu tun.

Ebbe und weißer Sand

Loise und George, ihr jüngster Sohn

Riesigiger Baobab-Baum

Bevor ich mich nun ständig wiederhole und es nun langweilig wird oder gar allzuviel Fernweh aufkommt, hier erst einmal die Themen der nächsten Tage:

Sonne, Hitze, weißer Sandstrand (nicht aufgeräumt), Ruhe, Relaxen, Einkaufen, TukTuk-Fahren so gehen die Tage dahin. Leider sind auch die Preise für alle Safaris in den letzten Jahren drastisch hochgegangen, dass wir jetzt davon Abstand nehmen.

Kwaheri auf Wiedersehen

Susanne und Joachim

Sonntag 15.10.17

4 Uhr klingelt der Wecker – stockdunkel. Alle werden wach.

Billy der Neffe unserer Gastgeber holt noch einmal Wasser aus dem Brunnen hinter dem Haus. Damit unsere Gastgeber nicht noch eine Stunde Frühstück vorbereiten, werden wir am Flughafen frühstücken.

5 Uhr Abfahrt, immer noch dunkel. Billy der Neffe begleitet uns, da er von Kisumu mit einem der Matatu nach Nairobi reist. Dort wird er an einem Krankenhaus ein Arzt-Praktikum studienbegleitend machen, Ende des Jahres wird er graduieren.

Auf den Straßen ist schon Einiges los. Fußgänger, Fahrradfahrer alle unbeleuchtet unterwegs zwischen den Ortschaften, eine gefährliche Angelegenheit. Erst gegen 6 Uhr wird es hell.

Danke an Julius für seine umsichtige und vorsichtige Fahrweise, die uns sicher um 6.30 Uhr zum Flughafen brachte. Einchecken – von den anfänglichen 100 kg sind 40 kg übrig geblieben. 

Um 8 Uhr fliegen wir pünktlich los nach Nairobi und sind um 9 Uhr am Wilson Airport.

Das ging wirklich schnell, dann wieder warten bis 14 Uhr auf den Anschlussflug. Verspätet landeten wir dann um 16 Uhr in Ukunda, dem nächsten Inlandsflughafen zur Südküste und direkt am Diani Beach.

Nach dem Einkauf im Supermarkt ging es dann zum Strand, um noch einmal  die Füße ins Wasser zu stecken – herrlich!!!

Donnerstag 12.10.2017

Eigentlich sollten wir am Vormittag zu Hause bleiben, während Julius und Cellestine mit dem Governor ein Meeting hatte. Plötzlich kam ein Anruf ich sollte schnellstmöglich mit dem BodaBoda (für Nicht-Eingeweite, das ist das kenianische Motorradtaxi) zum Governor kommen. Welche Ehre mir da zuteil wurde, zeigte sich später. Gott sei Dank brauchte ich mich nicht um den Transport kümmern, da Julius Joachim und mich dann doch abholte.

Beim Governor ging es dann zur Sache und die Angelegenheit, weswegen wir auch die Audienz benötigten, hat sich schnell zu unserer Zufriedenheit geklärt. Der weiteren Arbeit, sprich Registrierung der Schule, steht nun nichts mehr im Wege.

Auf den geplanten Ausflug zur ugandischen Grenze haben wir aber auch aus Rücksichtnahme zu Julius verzichtet. Er nimmt sich sehr viel Zeil für uns und hat doch auch noch sein Geschäft zu betreiben. Statt dessen haben Cellestine uns nochmals mit den Brillen beschäftigt und sie sortiert.

Freitag 13.10.2017

Heute hieß es MOCC-Versammlung auf dem Grundstück. Leider ist Freitag der Tag der Beerdigungen in Kenia, somit waren viele Mitglieder nicht zum Meeting erschienen. Die Tagesordnungspunkte wurden zügig behandelt. 

 

 

 

Danach kamen wir zur Einweisung, wie mit der Nutzung der Trenntoiletten vorgegangen werden soll. Dank der vielen Unterlagen von Karsten Bomberg und den Ingenieuren ohne Grenzen konnte eine umfassende Einweisung erfolgen und der Ordner mit den Unterlagen übergeben werden.

Später haben wir dann noch einige nette Fotos gemacht, da Joachim und ich noch einen Wassertank für das Lehrergebäude gespendet haben, der am Morgen angeliefert worden war.

Am  Nachmittag zu Hause konnten wir etwas in der Sonne relaxen bis eine gewaltige Gewitterfront über uns hereinbrach und wir ins Haus flüchteten.

Teilweise ging wieder der Strom weg am Abend konnte ich dann noch den Blog beenden.

Morgen am Samstag werden wir packen, denn Sonntag in der Frühe geht der Flieger über Nairobi an die Küste.  Aus diesem Grunde werde ich frühestens am Montag mich erneut melden mit einigen Eindrücken von dort. Der Aufenthalt dort wir 9 Tage dauern zwischen ausspannen und Sightseeing in diesem wunderschönen Land.

Leider sind in den Nachrichten ab Montag tägliche Streiks angesagt, die uns wohl behindern werden. Hakuna matata – mach die keine Sorgen, dann wird halt nichts gemacht und faul am Strand gelegen. In diesem Sinne sage ich – Kwaheri – Auf Wiedersehen bis bald in diesem Blog dann wieder mit Bildern.

Eure Susanne

Mittwoch 11.10.2017

Aufgrund der anstehenden Streiks haben wir vorgezogen zu Hause zu bleiben. Eine der 2 Teilstrecken der Flugbuchungen zur Südküste ist leider nicht ganz durchgegangen, da die Internetseite nach der ersten Buchung nicht mehr funktionierte. Glücklicherweise hatte ich Heikos Handy, so dass ich telefonisch den 2. Flug buchen konnte.

Die Zahlung für die telefonische Buchung musste jedoch über M-Pesa erfolgen. Ohne dass wir an die Demonstrationen gedacht haben, hat Cellestine die Zahlung und den Ausdruck der Tickets im Cybershop in der City übernommen.

Da geriet sie dann in die Demonstration und hat die Situation der aufgewühlten Menge glücklicherweise gemeistert und kam nach längerer Zeit wohlbehalten zurück.

Nach dem Mittagessen haben wir uns dann an ein paar organisatorische Dinge wie Buchhaltung und die Sortierung der Brillen gegeben. .

Abends haben wir dann Cellestine mit dem Auto nach Hause gebracht und dort ihren Mann und ihre 3 Söhne kennengelernt, eine wirklich nette Familie.

Dienstag 10.10.2017

Der Besuch beim Governor stand bevor und wir fuhren in Julius Büro um dort weitere Mitglieder von MOCC zu treffen, um Gesprächspunkte für das Meeting zu diskutieren. Um 10.00 Uhr fuhren wir dann zum Sitz des Governors und trafen dort Mr. Omondi, Chief of Ministry of Education. Er begrüßte uns und teilte uns mit, dass der Governor uns auf seinem Privatsitz empfängt. Wir fuhren so schnell die Straßen es erlaubten dorthin und wurden von der PA Personal Assistance empfangen.

In einem größeren Raum mit mehreren Tischen durften wir uns hinsetzen. Nach einer geraumen Zeit wurden wir nach draußen gebeten. Der Governor hat uns mit dem Deputy Governor und einem weiteren  Minister sowie weiteren Mitarbeitern in einer Art Pavillion empfangen. 

Das Gespräch war von Kenianischer Seite von Ehrfurcht geleitet. Unseren Anliegen schenke His Excellency Rasanga Amoth Gehör und Anordnungen über verschiedene Aufgaben wurden seinem Stab übertragen. Für unser Projekt ein voller Erfolg. Wir erhalten neben vielen Unterstützungen,  ab Januar vorab 2 Lehrer. 

Da für Mittwoch wieder Proteste in Kisumu angesagt sind, fahren wir mit Julius unserem Gastgeber und dem Chairman von MOCC nach Kisumu. Auf dem Weg haben wir kurz Halt gemacht um zu Fuß über den Äquator zu gehen. In Kisumu  treffen wir in den Post-Nebenräumen Jeunice und besuchen sie an ihrem Arbeitsplatz. Besuch eines Postamtes ist nicht mit Deutschland zu vergleichen. Alleine um Hineinzugehen, muss man sein Anliegen vortragen und sich bei der Security in ein Buch eintragen.  Eine abenteuerliche Wendeltreppe führte ins OG zum Arbeitsplatz. 

Nach dem Besuch fuhren wir ins Naturkundliche Museum von Kisumu. Ein Guide erzählte uns von den Dinosaurien der Region führte uns durch alle Sparten der der Bevölkerung deren Werkzeuge und Ausstattungen sowie Häuser. Danach zeigte er uns die Fische des Victoriasee in Aquarien sehen. Zuletzt durften wir einige Nilkrokodile und die hiesigen Schlangen begutachten. Auf dem Weg zum Wagen fielen die ersten  Tropfen und die Heimfahrt nach Siaya glich einer Bootsfahrt. Zwischenzeitlich war nichts mehr zu sehen, bewundernswert die Fahrt von Julius. Leider hatten wir Wasser im Fußraum stehen und nasse Füße bekommen. 😉 Thats life. Kenia wie es lebt. 

Wenn in meinem Bericht Rechtschreibe- und Satzzeichenfehler sind, bitte ich dies zu entschuldigen. Ich schreibe des Abends auf meinen Knien und sehe kaum die Tasten. Das Licht ist etwas spärlich. Der Internetzugang ist so schnell verbraucht, dass ich es mir nun angewöhnt habe, erst in Word zu schreiben, dann einfach ins Internet zu kopieren.

Das nun auch um die Fahrten mit einem BodaBoda zum nächsten Cyber zu sparen, der ca 4-5 km entfernt ist.